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Fragen und Antworten

Gerade am Anfang wirft das Stillen eine Menge Fragen auf. Einige davon haben wir für Sie aufgegriffen und beantwortet.

Wie kommt eigentlich die Milch in die Brust?

© W&B/Martina Ibelherr

Die Milchbildung und damit die Fähigkeit zum Stillen ist das Resultat eines feinen Zusammenspiels von Hormonen, Impulsen und Psyche. Bereits während der Schwangerschaft entwickelt sich dazu das Drüsengewebe der Brust, Milchbläschen und Milchgänge wachsen. Saugt das Baby an der Brust, wird über die Nervenbahnen ein Impuls an das Gehirn geleitet, welcher die Bildung eines Hormons namens Prolaktin bewirkt. Dieses gelangt auf dem Blutweg zu den Milchbläschen und regt dort die Milchbildung an. Gleichzeitig wird während des Saugvorgangs im Körper das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, welches das Zusammenziehen der Muskeln um die Ausführungsgänge bewirkt, wodurch die Milch fließen kann. Dieser Vorgang wird als “Milchspendereflex” bezeichnet. Manche Mütter spüren das Einsetzen des Milchspendereflexes als Prickeln oder Ziehen, verbunden mit einem zunehmenden Spannungsgefühl in der Brust. Der Reflex kann so stark sein, dass die Milch geradezu herausspritzt. Allerdings kann er auch vorhanden sein, ohne dass die Mutter ihn spürt.

Ist jede Brust zum Stillen geeignet?
Grundsätzlich ja! Egal, ob große Brust oder kleine Brust – die Größe der Brust ist abhängig von der unterschiedlichen Menge an Fettgewebe und hat keinen Einfluss auf die Fähigkeit zum Stillen. Für das Stillen ist allein das in jeder Brust gleichermaßen vorhandene Drüsengewebe von Bedeutung.
Macht Stillen Hängebrüste?
Die größte Veränderung durchläuft die Brust nicht während der Stillzeit, sondern bereits in der Schwangerschaft. Dabei bereitet sie sich auf ihre zukünftige Aufgabe vor, wird besser durchblutet und das Drüsengewebe wächst. Stillt eine Frau langsam und in aller Ruhe ab, kehrt die Brust in den allermeisten Fällen wieder zu ihrer ursprünglichen Form zurück.
Darf ich in der Stillzeit Medikamente nehmen?
Wird eine stillende Frau krank oder benötigt zur Behandlung einer chronischen Krankheit Medikamente, wird ihr oft gesagt, es gäbe keine stillverträgliche Behandlungsmöglichkeit und es wäre besser, “zur Sicherheit” abzustillen oder eine Stillpause einzulegen. Fakt ist tatsächlich, dass fast alle Medikamente in die Muttermilch übergehen. Ein Übergang in die Muttermilch bedeutet jedoch nicht automatisch, dass ein Medikament nicht stillverträglich ist. Neben der tatsächlichen Übertrittsmenge und der Bioverfügbarkeit müssen auch Alter und Gesundheitszustand des Kindes zur Beurteilung des Risikos herangezogen werden. Ärzte und Apotheker, die unsicher sind, ob sie ein Medikament einer stillenden Frau verordnen  bzw. an sie ausgeben dürfen, können sich telefonisch an das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, kurz “Embryotox” in Berlin wenden. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.embryotox.de Es ist Ihr gutes Recht als stillende Mutter, den behandelnden Arzt auf diese Stelle hinzuweisen und um Rücksprache zu bitten. Eine Stillpause ist in den allermeisten Fällen nicht erforderlich. Weitere Informationen finde Sie im Artikel “Medikamente in der Stillzeit”
Erhöht nächtliches Stillen das Kariesrisiko?
Viele Mütter stellen sich die Frage, ob ein nächtliches Stillen nach dem Durchbruch der ersten Zähne das Kariesrisiko ihrer Kinder erhöht. Häufig wird auch von Zahnärzten empfohlen, nächtliches Stillen besser zu unterlassen. Tatsächlich hängt die Tatsache, ob ein Zahn Karies entwickelt, stark von der persönlichen Veranlagung und zum anderen von der Aktivität bestimmter Bakterien, insbesondere dem Streptococcus mutans, ab. Viele Studien haben gezeigt, dass Stillen – auch nachts – keinen signifikanten Einfluss auf die Zahngesundheit hat oder sich allgemein eher positiv auswirkt. Ein umfangreiches Statement zu diesem Thema gibt es unter anderem bei der Techniker Krankenkasse https://www.tk.de/tk/zaehne/vorsorge-bei-kindern/zahngesunde-ernaehrung-stillen/24482. Weitere Informationen zum Thema Stillen und Zahngesundheit finden Sie im Artikel “Muttermilch und Zahngesundheit”
Dürfen gestillte Kinder geimpft werden?
Immer wieder erreichen uns Anfragen, ob für eine Impfung abgestillt werden muss. Das ist nicht der Fall! Stillen stellt keine Kontraindikation für eine Impfung dar, so dass jede Impfung laut STIKO-Empfehlung durchgeführt werden kann. Das gilt nicht nur für das Kind, sondern auch für Impfungen der stillenden Mutter. Es kann ohne Einschränkung weitergestillt werden. Eine Ausnahme bildet lediglich die Impfung gegen Gelbfieber. Sie sollte laut Robert-Koch-Institut bei stillenden Frauen nicht durchgeführt werden.   Weitere Hinweise zu Impfungen gibt das Robert-Koch-Instut (RKI) auf seinen Seiten: FAQ RKI (http://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/AllgFr_AllgemeineFragen/FAQ08.html). Nachzulesen ist die Einschätzung von Impfungen und Stillen auch im Standardwerk Breastfeeding – A guide for the medical profession | Ruth A. Lawrence 2011 | S.401. Grundsätzlich führen AFS-Stillberaterinnen gemäß AFS-Grundsätzen keine Impfberatungen durch. Entsprechende Anfragen werden deswegen an hinreichend qualifiziertes medizinisches Fachpersonal weitergegeben.
Brauchen gestillte Kinder zusätzliche Getränke wie Tee oder Wasser?
Ausschließlich gestillte Kinder benötigen während ihrer ersten Lebensmonate keine zusätzlichen Getränke in Form von Tee oder Wasser – auch nicht an warmen Sommertagen. Die Muttermilch sorgt dafür, dass der Flüssigkeitsbedarf immer ausreichend gedeckt ist. An warmen Sommertagen stillen viele Kinder häufiger und kürzer, um ihren Durst zu löschen.
Wie erkenne ich, ob mein Baby Hunger hat?
Ideal ist es, wenn ein Baby nach Bedarf gestillt wird. Das bedeutet, dass Ihr Baby so oft trinken darf, wie es möchte – feste Stillabstände gibt es nicht. Acht bis zwölf Stillmahlzeiten in 24 Stunden gelten als guter Orientierungsrahmen für die ersten Wochen. So stellen Sie sicher, dass ihr Baby auf jeden Fall ausreichend Nahrung erhält. Legen Sie ihr Baby nicht erst an, wenn es bereits weint – Weinen ist ein spätes Hungerzeichen.  Bereits vorher erkennen Sie, dass ihr Baby zu suchen beginnt, seinen Mund öffnet und seinen Kopf bewegt. Viele Kinder beginnen auch, ihre Zunge zu bewegen an den Händen zu lutschen und generell unruhig zu werden. Diese Signale sind so genannte “frühe Hungerzeichen“. Sie zeigen Ihnen, dass Ihr Baby gerne gestillt werden möchte.
Wie erkenne ich, dass mein Baby gut trinkt?
Ein gut angelegtes Baby beginnt, aktiv an der Brust zu saugen. Sobald die Milch fließt, hören Sie ihr Baby schlucken und seine Ohren bewegen sich. Der Trinkvorgang ist rhythmisch. Am Anfang der Stillmahlzeit saugen viele Kinder kräftig und schnell an der Brust, um den so genannten Milchspendereflex auszulösen und die Milch zum Fließen zu bringen. Ist dies gelungen, werden die Saugbewegungen in der Regel langsamer, bleiben jedoch kräftig. Dass Milch fließt, erkennen viele Frauen auch daran, dass während des Stillens Milch aus der anderen Brust tropft. Manche Frauen können den Milchspendereflex auch spüren. Es gibt keine feste Zeitspanne, in der ein Baby unbedingt an der Brust bleiben muss. Manche Kinder sind wahre Genießer und bleiben sehr lange an der Brust, andere Babys sind so schnell, dass sie bereits nach fünf Minuten glücklich und satt sind. In den ersten Wochen sollte ein Stillkind mindestens fünf Windeln ausreichend und schwer mit Urin füllen und mehrmals täglich Stuhlgang haben. Nach den ersten sechs Wochen wird der Stuhlgang  häufig seltener und bleibt bei manchen Stillkindern sogar tagelang aus. Auch das ist absolut in Ordnung.
Ich habe Muttermilch abgepumpt. Wie bewahre ich diese korrekt auf?
Muttermilch, die in Kürze verfüttert werden soll, kann im Kühlschrank aufbewahrt werden- allerdings nicht in der Tür. Dort hält sie sich ungefähr 72 Stunden. Wird Muttermilch nach dem Abpumpen direkt in den Gefrierschrank gestellt (Temperatur minus 19 Grad), hält sie sich dort mindestens sechs Monate. Die Haltbarkeit von abgepumpter Muttermilch im 3-Sterne-Gefrierfach beträgt rund zwei Wochen. Bitte schütten Sie niemals frisch abgepumpte Milch mit gefrorener Milch zusammen. Wir empfehlen, Muttermilch in kleinen Portionen einzufrieren. Einmal aufgetaute Milch darf nicht wieder eingefroren werden. Um die Milch zu verfüttern, können Sie gefrorene Milch im Kühlschrank auftauen lassen. Diese sollte innerhalb von 24 Stunden verwendet werden. Eine Alternative besteht darin, die gefrorene Milch im Wasserbad langsam zu erhitzen. Wichtig: Wärmen Sie keine Milch in der Mikrowelle auf. Da die Milch dort sehr ungleichmäßig erhitzt wird, kann sich die Flasche noch kalt anfühlen, während ihr Inhalt stellenweise schon kocht. Hier besteht Verbrühungsgefahr! Milch, die bereits aufgewärmt worden ist, muss innerhalb der nächsten Stunde verbraucht werden. Ist dies nicht der Fall, ist sie umgehend zu entsorgen.

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