Die Weltstillwoche 2010 (in Deutschland vom 4. bis 10.Oktober) steht
unter dem Motto:
Stillen: Nur 10 Schritte - der Babyfreundliche Weg Zwanzig
Jahre ist es her, dass WHO und UNICEF die „Zehn Schritte zum
erfolgreichen Stillen“ zusammengestellt haben - Zehn Schritte, um
eine gute Eltern-Kind-Beziehung und eine erfolgreiche Stillbeziehung
von Anfang an zu ermöglichen.
Der
„Internationale Kodex zur Vermarktung von
Muttermilchersatzprodukten“ gibt für diese Zehn Schritte festen
Boden unter die Füße. Der Kodex bestimmt, dass die Vermarktung von
Muttermilchersatzprodukten, Flaschen und Saugern das Stillen nicht
untergraben darf.
Siehe
„Machen Sie Ihre Umgebung stillfreundlich“
Die
„Initiative Babyfreundliches Krankenhaus“ von WHO und UNICEF
zeichnet Geburtseinrichtungen aus, die nachweislich alle 10 Schritte
und den Kodex befolgen. Siehe www.babyfreundlich.org

Eine
Geburtseinrichtung, die als „Babyfreundlich“ zertifiziert werden
will, muss:
1.
Schriftliche Stillrichtlinien
haben, die mit allen MitarbeiterInnen regelmäßig besprochen werden.
Das
heißt, sie muss nach einheitlichen Standards arbeiten, die die
Eltern-Kind-Bindung und das Stillen unterstützen und nicht
behindern. Auch die Einhaltung des Kodex muss in diesen Richtlinien
festgeschrieben sein.
2.
Alle MitarbeiterInnen so
schulen, dass sie über die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten
für die Umsetzung der Stillrichtlinien verfügen.
Jeder
der Zehn Schritte und der Kodex sind Bestandteil der Schulungen.
Gutes
Still-Fachwissen bei allen Mitarbeiterinnen trägt dazu bei, dass
Mütter nicht durch widersprüchliche Informationen verunsichert
werden.
3. Alle
schwangeren Frauen über die Bedeutung und die Praxis des Stillens
informieren.
Damit
Eltern eine informierte Entscheidung treffen können, brauchen sie
umfassende Informationen, die nicht durch wirtschaftliche Interessen
beeinflusst sind. Nur so ist eine
neutrale und evidenzbasierte Aufklärung zu gewährleisten.
4. Den
Müttern ermöglichen, unmittelbar ab Geburt ununterbrochenen
Hautkontakt mit ihrem Baby zu haben, mindestens eine Stunde lang oder
bis das Baby das erste Mal gestillt wurde.
Erst
danach wird das Baby gemessen und gewogen.
Dieser
Schritt gilt gleichermaßen für spontane Geburten wie für
Kaiserschnittgeburten, wenn der Zustand von Mutter und Kind dies
zulässt.
5. Den
Müttern korrektes Anlegen zeigen und ihnen erklären, wie sie ihre
Milchproduktion aufrechterhalten können, auch im Falle einer
Trennung von ihrem Kind.
Durch
korrektes Anlegen können die meisten Stillprobleme vermieden werden.
6.
Neugeborenen weder
Flüssigkeiten noch sonstige Nahrung zusätzlich zur Muttermilch
geben, außer bei medizinischer Indikation.
Die WHO
hat für diese Indikationen eine Liste erstellt.
7.
24-Stunden-Rooming-in praktizieren – Mutter und Kind bleiben Tag
und Nacht zusammen.
Das
ununterbrochene Zusammensein ermöglicht Mutter und Kind, sich kennen
zu lernen und auf einander einzustellen. Neben der Beziehung wird
auch das Stillen nach Bedarf und damit die Milchbildung gefördert.
8. Zum
Stillen nach Bedarf ermuntern.
Stillen
nach Bedarf ist die beste Voraussetzung dafür, dass der Bedarf des
Kindes „gestillt“ wird.
9.
Gestillten Kindern keine künstlichen Sauger geben.
Die
Mütter werden von der Klinik über die Nachteile und Risiken
künstlicher Sauger informiert. Es ist jedoch ihre eigene
Entscheidung, ob sie ihrem Kind eine Flasche oder einen von ihnen
selbst besorgten Schnuller geben.
10. Die
Mütter auf Stillgruppen hinweisen und die Entstehung von
Stillgruppen fördern.
Dieser
Schritt ist deshalb so wichtig, weil das Stillen wesentlich einfacher
ist, wenn die Mutter in ihrem Umfeld unterstützt wird.
Diese
Zehn Schritte lassen sich nicht nur auf Kliniken anwenden sondern
auch auf Geburtshäuser und Hausgeburten. Mit kleinen Anpassungen
können sie auch in Arztpraxen und anderen Einrichtungen dazu
beitragen, Stolpersteine zu entfernen, die dem Stillen noch allzu oft
in den Weg gelegt werden.
Dieses
Jahr wird es an dieser Stelle auch wieder ein Paket zum kostenlosen
Download geben.
Hier könnt ihr jetzt schon die aktuelle Pressemitteilung als pdf-Datei herunterladen.
... oder als Word-Dokument.
Wir
hoffen auf zahlreiche Aktionen Eurerseits.
Das
Paket zur Weltstillwoche 2010 wird ab August/September lieferbar
sein.
Stillfreundliche
Grüße
Sonja
Thöne
weltstillwoche@afs-stillen.de
Sponsoring:
WABA
akzeptiert als Sponsoren keine Hersteller von Säuglingsnahrung,
Zubehör und Ergänzungsnahrung. WABA ermutigt alle TeilnehmerInnen
an der Weltstillwoche, diesen ethischen Grundsatz zu respektieren und
zu befolgen. Website: www.waba.org.my
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